Sandkörner im Mund

Ich schreibe diesen Text unter der einer Pagodenartigen Konstruktion während sich der Himmel wieder mal entleert. Die Szenen bevor wir uns in Sicherheit vor dem strömenden Regen brachten erinnern ein wenig an den Filmklassiker Hinterholz 8.

Nach einem wunderschönen Wandertag haben wir unser Lager am Campingplatz von Alagna aufgeschlagen. Alles schien wunderbar. Wir hatten gegessen und das Tarp war super gepitcht und unsere Schlafplätze und Ausrüstung perfekt unter der Zeltplane ausgerichtet. Uns war klar das es regnen wird, jedoch wiegten wir uns in Sicherheit, war doch alles so perfekt vorbereitet.

Nicht lange nachdem wir uns hingelegt hatten und noch die morgige Etappe studierten fing es an zu schütten. Der Regen prasselte wie wild auf die Plane und auf den Sandboden neben uns ein — ein Tarp kann je nachdem wie es aufgestellt ist bodenbündig sein oder eben nicht. Tausende Tropfen fielen also neben uns ein und wurden just, da der Boden sehr hart war, wieder nach oben in alle Richtungen katapultiert und damit auch etwas Sand. Es dauerte nicht lange bis wir und unsere Sachen mit Sand und Wasser bedeckt waren. Wir versuchten zuerst das Tarp herabzusenken so das die Seiten nach unten zu waren. Das half leider nicht viel. Uns war klar wenn das so weiter regnet das wir in der Früh komplett nass und vielleicht auch krank sein würden. Also packten wir unsere Sachen so gut wie es ging ohne das sie noch nässer wurden und flüchteten, gelegentlich fluchend unter eben diese Pagode.

Jetzt liegen wir also hier. Luisi schläft schon. Lea liegt wach neben mir. Donner und Blitz machen sie ganz nervös. Unsere Unerfahrenheit mit dem Tarp hat uns diesmal lediglich ein bisschen Nerven gekostet, waren wir doch auf einem Campingplatz. Nächstes mal wissen wir es besser. Jetzt versuch ich aber zu schlafen und hoffe auf besseres Wetter. Ich schmecke jetzt noch die Sandkörner in meinem Mund.

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Tag 11
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