Bettchen aus Stroh

Ich hasse es, wenn Leute immer über das Wetter reden. Und wieder muss ich es tun.

Nebelschwaden. Alles nass. Ich schreie Ferdi an. Zu unrecht. Er möchte das Tarp so gut wie möglich aufstellen und mir reißt wiedermal der Geduldsfaden.

Nichts desto trotz hat uns das schlechte Wetter veranlasst wundervolle Menschen kennenzulernen.

Germano und sein Gehilfe Fabricio richten einem über dem Kuhstall ein Bettchen aus Stroh; zeigen einem wie man “oldschool” Käse macht; füllen einen mit herllichem Essen und Rotwein ab. Am nächsten Tag, nachdem die schon 4 Stunden geschuftet haben und wir Schlafnasen erst aufstehen, kochen Sie für uns einen Kaffee auf und dann verlangen sie für Alles lächerliche zwölf Euro fünfzig pro Person und sind noch besorgt ob sie eh alles richtig gemacht haben.

Marco (von den einheimischen genannt Jesus Bambini) der schräge Weltenbummler und Bergführer bot uns seine aus der Mongolei importierte Jurte an. Wegen des Weitergehens-Willens mussten wir leider ablehnen. Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen von seinen köstlichem Essen zu schlemmen welches er alles selbst anbaut.

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Auch Giorgio und seine 50 Kühe empfingen uns mit größter Freundlichkeit. Der Eremit legte seine Arbeit nieder und verköstigte uns mit einem wärmenden Almkaffee( viiiel Zucker und viiiiiel mehr Grappa), der uns Kraft und Heiterkeit schenkte weitere 3 Stunden durch den Regen, den Schlamm und die Kuhscheisse zu wackeln.

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Und dann gibt es noch jene Menschen, die einen am Weg begleiten. Geteiltes Leid mit Ina und Michi (sie waren auch mit dem Zelt unterwegs) und der Austausch über das Wandern mit Hund. Das unterhaltsame Sprachrohr Brigitte mit ihrem Mann Markus, der vorm Schlafen gehen noch die Quetschn rausholt und den Schneewalzer trällert. Thomas und Jule, die unter anderem für ein herrlich wärmendes Feuer gesorgt haben.

All solche Begegnungen lassen die Seele baumeln und das schlechte Wetter ganz klein aussehen.

Mille grazie an alle Giorgios, Marcos und Germanos dieser Welt und auf weitere tolle Wegkompanen.

Tag 17
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